Vom Walkman zum Hörgerät

Vor rund 20 Jahren wurde er erfunden: der Walkman, ein kleiner Musik-Player in Zigarettenschachtel-Größe. Heute sind es eher die MP3-Player, die für die Beschallung jugendlicher Ohren sorgen - und das hat seine Konsequenzen. Heute leidet ein Viertel der Jugendlichen bereits unter Hörstörungen.

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg:
"Wie neuere Untersuchungen eindeutig belegen, leiden ca. 28 Prozent aller 20-jährigen Bundesbürger unter einem Hörverlust von 25 Dezibel und mehr, überwiegend hervorgerufen durch laute Musik von tragbaren Musik-Abspielgeräten oder in der Diskothek. Damit bestätigen sich Prognosen, die Experten schon vor Jahren aufstellten."

Tagsüber die Kopfhörer im Ohr, abends auf ein Konzert oder in die Diskothek - Hörschäden sind da fast vorprogrammiert: Während der Walkman dem Ohr Schallpegel von 100 bis 110 Dezibel zumutet, liegt der Schallpegel bei Rockkonzerten zwischen 95 und 115 Dezibel. In Diskotheken ist man 75 bis 105 Dezibel ausgesetzt. Zum Vergleich: Etwa 110 Dezibel Krach verursachen eine Kettensäge oder ein Presslufthammer.

Unfälle durch Lärm

Selbst Unfalltote gehen auf das Konto der Musikhörgewohnheiten.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln:
"Autounfälle nach Disko-Besuchen sind zu zwei Dritteln Folgen lauter Musik während des Besuchs in den Diskotheken und weitaus weniger Folgen des Alkoholkonsums, wie man früher angenommen hatte."

Experten von Bundesärztekammer und Umweltbundesamt fordern daher Pegelbegrenzungen bei Musikkonzerten und in Diskotheken: Der Dauerschallpegel im lautesten Bereich des Veranstaltungsortes soll auf 95 Dezibel begrenzt werden.




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